Vinyl der Woche (29)

Vinyl der Woche (29)

Das Album Hyperborea von Tangerine Dream ist ein faszinierendes Werk aus der späteren Phase der legendären Elektronik-Pioniere. Veröffentlicht 1983, zeigt es eine Band im Übergang – weg von den rein experimentellen Klanglandschaften der 70er hin zu strukturierteren, zugänglicheren Kompositionen.

Stilistisch ist das Album fest in der sogenannten Berlin School verankert – einem Subgenre der elektronischen Musik, das durch sphärische Flächen und hypnotische Entwicklungen geprägt ist. Ein für mich sehr interessantes Subgenre, dass so in der „modernen“ Musiklandschaft leider etwas an „Boden“ verloren hat. Wie auch immer… Genau diese Elemente sind auf Hyperborea deutlich zu hören, allerdings in einer weicheren, fast schon melodischeren Form als bei früheren Veröffentlichungen der Band. Die typischen pulsierenden Sequenzen treten etwas in den Hintergrund und machen Platz für fließende Synthesizer-Texturen und atmosphärische Klangräume.

Tracks wie „No Man’s Land“ oder „Cinnamon Road“ entfalten eine ruhige, fast meditative Wirkung, während „Sphinx Lightning“ subtil Spannung aufbaut, ohne jemals in Hektik zu verfallen. Das Album wirkt insgesamt weniger kosmisch-abgehoben als frühere Werke, dafür zugänglicher und emotional direkter. Manche Fans der klassischen Berlin-School-Phase könnten dies als Verlust an Experimentierfreude empfinden, doch gleichzeitig eröffnet es neue klangliche Facetten.

Fazit:

Hyperborea ist kein radikales Meisterwerk, aber ein stimmungsvolles, reifes Album, das die Entwicklung von Tangerine Dream eindrucksvoll dokumentiert. Es eignet sich besonders für Hörer, die einen sanfteren Einstieg in die Berlin School suchen.

⭐⭐⭐⭐☆

——-

Sound- und Pressqualität

Die Europa-Erstpressung von 1983 des Albums Hyperborea von Tangerine Dream gehört zu den interessanteren Vinyl-Ausgaben der frühen 80er – gerade weil sie den Übergang von analoger Wärme zu digital geprägter Klangästhetik widerspiegelt.

Klangqualität (Sound):

Die Pressung liefert ein insgesamt sehr klares und ausgewogenes Klangbild. Besonders die weiten Synth-Flächen und schwebenden Texturen kommen hervorragend zur Geltung – luftig, detailreich und mit einer angenehmen Tiefenstaffelung. Die für die Berlin School typischen Passagen wirken präzise, wenn auch etwas zurückhaltender im Druck als bei früheren, rein analogen Produktionen der Band.

Die Höhen sind sauber, ohne zu scharf zu wirken, während die Mitten schön warm bleiben. Im Bassbereich fehlt es stellenweise minimal an Tiefe – was jedoch eher der Produktionsästhetik der Zeit als der Pressung selbst geschuldet ist. Insgesamt ergibt sich ein sehr angenehmes, langzeittaugliches Hörerlebnis, das besonders bei guten Hi-Fi-Systemen seine Stärken ausspielt.

Pressqualität:

Die europäische Erstpressung zeigt eine solide Fertigungsqualität. Das Vinyl ist ordentlich zentriert. Grundrauschem sind meist gering, und wenn überhaupt, dann auch nur auf höherem Pegel wahrzunehmen.

Fazit:

Die Europa-First-Press von Hyperborea überzeugt durch ihre klare, ausgewogene Klangsignatur und eine solide Pressqualität. Sie bringt die subtilen Klanglandschaften des Albums gut zur Geltung und ist für Sammler wie auch für Klangliebhaber eine empfehlenswerte Ausgabe. Ob beim intensiven Hören oder fürs „nebenher“ laufen lassen. Diese Pressung lässt für beide Seiten kaum Wünsche offen!

⭐⭐⭐⭐☆

———

Hitman Records - Dein Used Vinyl Market