Thin Lizzy – Lizzy Killers
ist weniger ein klassisches Studioalbum als vielmehr eine spannende Momentaufnahme der frühen Schaffensphase der irischen Rockband. Die Compilation vereint Tracks aus den ersten drei Alben und zeigt eindrucksvoll, wie sich Thin Lizzy vom bluesgetränkten Hard Rock hin zu dem charakteristischen, melodischen Twin-Guitar-Sound entwickelten, für den sie später berühmt wurden.
Schon beim Opener wird klar, dass hier rohe Energie und musikalische Experimentierfreude aufeinandertreffen. Songs wie „Whiskey in the Jar“ stechen heraus – nicht nur als kommerzieller Durchbruch, sondern auch als Beispiel dafür, wie die Band traditionelle Elemente mit Rockästhetik verbindet. Gleichzeitig zeigen Stücke wie „The Rocker“ oder „Vagabond of the Western World“ eine deutlich kantigere, ungeschliffenere Seite.
Was Lizzy Killers besonders macht, ist die Vielseitigkeit: Zwischen bluesigen Riffs, folkigen Einflüssen und ersten Ansätzen des später ikonischen Sounds wird die kreative Bandbreite deutlich. Dennoch wirkt die Zusammenstellung stellenweise etwas uneinheitlich – was dem Compilation-Charakter geschuldet ist und den Hörfluss leicht stören kann.
Phil Lynotts markante Stimme und sein Gespür für Storytelling tragen das Album durchweg und verleihen selbst den weniger eingängigen Tracks eine emotionale Tiefe. Gleichzeitig hört man, dass die Band sich noch in einer Findungsphase befindet – was einerseits spannend ist, andererseits aber nicht immer vollends überzeugt.
Insgesamt ist Lizzy Killers ein faszinierender Rückblick auf die Wurzeln von Thin Lizzy: roh, abwechslungsreich und historisch interessant, wenn auch nicht durchgehend zwingend.
★★★☆☆ (3/5)
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Sound - und Pressqualität
Die niederländische Erstausgabe von Lizzy Killers (1981) ist klanglich ein interessantes Stück Vinylgeschichte – vor allem für Sammler, die den frühen Sound von Thin Lizzy möglichst authentisch erleben wollen.
Soundqualität:
Die Pressung liefert einen insgesamt warmen, angenehm analogen Klang mit gutem Fundament im Bassbereich. Besonders die Rhythmussektion kommt druckvoll, ohne überladen zu wirken. Phil Lynotts Basslinien stehen klar im Mix und tragen die Songs, während die Gitarren zwar präsent, aber nicht so brillant oder scharf gezeichnet sind wie bei späteren Remasters.
Allerdings merkt man dem Material seine Herkunft aus unterschiedlichen Aufnahmephasen an: Die Klangqualität schwankt leicht von Track zu Track. Einige Stücke wirken etwas dumpfer oder weniger dynamisch, was aber eher an den Originalaufnahmen als an der Pressung selbst liegt.
Pressqualität:
Die niederländischen Pressungen aus dieser Zeit gelten generell als solide – und das trifft auch hier zu. Die Platte ist gut zentriert, mit relativ geringem Grundrauschen. Verzerrungen in den Höhen sind selten, das mag aber an den verschiedenen Aufnahmen liegen.
Fazit:
Keine audiophile Referenzplatte, aber eine ehrliche, warme und sehr gut hörbare Pressung, die den frühen Charakter von Thin Lizzy authentisch transportiert. Gerade für Fans hat sie einen gewissen Charme, weil sie den rauen, noch ungeschliffenen Sound nicht künstlich glättet.
Laut meiner Liste für die Punkte müsste ich 3 | 5 Sternen geben - aber da es einfach zum Sound und der Anfangsphase von Thin Lizzy so gut passt - gibt es hier eine weiteren Stern mit Augenzwinkern
★★★ ⭐️ ☆
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