Vinyl der Woche (24)

Vinyl der Woche (24)

Foreigner - Unusual Heat


Mit
Unusual Heat wagten Foreigner 1991 einen mutigen, aber riskanten Neuanfang. Nach dem Ausstieg von Sänger Lou Gramm übernahm Johnny Edwards das Mikrofon – und genau hier liegt der Kern der Diskussion um dieses Album.

Statt des arena-tauglichen früheren Klassiker wie auf 4 oder Agent Provocateur setzt Unusual Heatstärker auf einen moderneren, leicht bluesig angehauchten Hard-Rock-Sound der frühen 90er. Die Produktion wirkt rauer, weniger poliert – teilweise fast zurückgenommen. Songs wie „Lowdown and Dirty“ oder „Ready for the Rain“ zeigen solides Songwriting, eingängige Hooks und handwerklich starke Gitarrenarbeit von Mick Jones.

Doch trotz technischer Qualität fehlt vielen Stücken das gewisse Etwas – jene sofort erkennbare Dringlichkeit und emotionale Wucht, die Foreigner zuvor ausgezeichnet hatte. Die Songs wirken teilweise austauschbar und erreichen selten die Größe früherer Hits.

Johnny Edwards liefert eine respektable Leistung. Seine Stimme ist kräftig und sauber, doch sie trägt nicht die unverwechselbare Charakteristik eines Lou Gramm. Dadurch klingt das Album weniger wie „klassische“ Foreigner – eher wie eine sehr gute, aber nicht ikonische AOR-/Hardrock-Produktion der frühen 90er.

Unusual Heat ist kein schlechtes Album – im Gegenteil: Es ist solide produziert, gut gespielt und durchaus hörenswert. Aber es ist auch ein Werk im Schatten der eigenen Vergangenheit. Der personelle Umbruch und der musikalische Zeitgeist machten es schwer, an frühere Erfolge anzuknüpfen.

Heute wird das Album oft als Übergangsphase betrachtet – interessant für Fans, aber kein essenzieller Meilenstein in der Bandgeschichte.

⭐⭐⭐☆☆

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Sound und Pressqualität

Die originale UK/EU-Pressung von 1991 erschien auf Atlantic - Records – zu einer Zeit, als Vinyl bereits stark vom CD-Markt verdrängt wurde. Entsprechend sind viele Exemplare vergleichsweise selten im Top-Zustand zu finden.

Die Pressung liefert einen klaren, sauberen und vergleichsweise dynamischen Sound.

Gitarren und Vocals stehen angenehm im Vordergrund. Gerade Johnny Edwards’ Stimme wirkt auf Vinyl sehr organisch.

Die Höhen sind Sauber, aber leicht zurückgenommen – was dem Album gut tut!

Der Bass ist straff, aber nicht übermäßig präsent. Der Bass ist kontrolliert und präzise, jedoch nicht besonders druckvoll – typisch für viele frühe 90er Rock-Produktionen.

Zusammenfassend darf ich schreiben, das die Pressung eine Solide Dynamik mit ordentlicher Kanaltrennung hat. Kein audiophiles Referenzmaterial, aber definitiv besser als viele spätere Reissues.

Insgesamt: gut ausbalanciert, angenehm zu hören!

⭐⭐⭐☆☆

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