Vinyl der Woche (22)

Vinyl der Woche (22)

Stefano Moretti - Tell a Vision

Tell A Vision ist eine interessante elektronische EP, die den Hörer auf eine kurze Reise durch unterschiedliche Stimmungen zwischen treibendem Techno und experimentierfreudigen House-Klängen mitnimmt. Stefano Moretti zeigt auf den 6 Tracks seine Vielseitigkeit: treibende Beats wie bei Acid TV und Eyes Wide Shut stehen neben atmosphärischeren Momenten wie One Eye Open (Chill Version) und melodisch angelegten Passagen.

Die Produktion ist solide und schafft es, auf relativ engem Raum Abwechslung zu bieten, ohne dabei den roten Faden ganz zu verlieren. Dennoch bleibt die EP in Teilen etwas konzeptlos, weil zwischen treibenden Club-Tracks und ruhigeren Experimenten nicht immer ein organischer Übergang entsteht. Für Fans von Indie-Techno und Vinyl-Sampler-Kultur ist die Scheibe sicher ein hörenswerter, kleiner Schatz – für ein breiteres Publikum aber wenig prägend oder wegweisend.

Tell A Vision zeigt kreative Ideen und stimmige Beats, aber wirkt in der Gesamtwirkung etwas uneinheitlich. Die Club-Momente überzeugen mehr als die ruhigeren Passagen, was die EP zu einem interessanten, aber nicht herausragenden Release macht.

⭐️⭐️⭐️☆☆

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Press- und Soundqualität

Die 12″-Vinyl-Originalpressung der Tell A Vision EP aus dem Jahr 2018 (EU/Deutschland) auf dem Berliner Label Code Is Law ist ein echtes Klang-Statement für elektronische Musikliebhaber, die Wert auf viel Bass legen. 

Die 12″-Pressung präsentiert sich klanglich auf einem durchweg sehr hohen Niveau. Die Pressqualität ist sauber, das Vinyl plan und laufruhig, Nebengeräusche bleiben auch in ruhigeren Passagen auf einem erfreulich niedrigen Niveau.

Im Bassbereich zeigt sich die Pressung kontrolliert und präzise. Die Kicks sind druckvoll, ohne den Mix zu dominieren, und behalten auch bei höherer Lautstärke ihre Stärke. Gerade bei Tracks wie Acid TVoder dem Titelstück profitiert der Groove von dem klaren satten Bass. Gerade die Tiefen ist das Aushängeschild dieser Pressung! Für mein persönlichen Geschmack aber zu „viel“ Bass. Darum soll es aber im Soundcheck gar nicht gehen! 

Die Mitten sind gut ausbalanciert. Die Höhen sind sauber ausgearbeitet, teilweise minimal zurückhaltend, was dem insgesamt eher dunklen, cluborientierten Klangbild jedoch entgegenkommt.

Keine spektakuläre audiophile Offenbarung, aber eine sehr solide, gut abgestimmte Pressung, die den Charakter der EP angemessen transportiert und technisch kaum Anlass zur Kritik gibt. Für Sammler und DJs eine verlässliche und hochwertige Ausgabe.

⭐️⭐️⭐️⭐️☆

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